Die gesundheitliche Gefahr, die von Elektrosmog und 5G ausgeht, scheint abstrakter Natur. Doch das stimmt nicht. Es scheint nur so, denn die Gefahr versteckt sich vielmehr hinter kaum bekannten Zusammenhängen und Symptomen, die ich in diesem Artikel detailliert beleuchten möchte.

Lesedauer: 10 Minuten


Dieser Artikel ist der dritte Teil meiner Grundlagenreihe zum Thema Elektrosmog und 5G. Hier erkläre ich welche Symptome Elektrosmog und 5G nach sich ziehen – und vor allem: wie diese Symptomatik hervorgerufen wird.

Die fünf Teile der Grundlagenreihe im Überblick:


Elektrosmog und freie Radikale

Der ununterbrochene Beschuss durch EMF (EMF = elektromagnetische Felder) aus technischen Quellen führt zu einer unkontrollierten Öffnung der Calcium-Ionen und infolge dessen zu einer massiven Erhöhung der freien Radikale in der Zelle. (Im zweiten Artikel der Grundlagenreihe habe ich diesen Zusammenhang eingehend erläutert.)

Das Problem sind nicht freie Radikale an und für sich. Das Problem ist die schiere Menge an freien Radikalen.

Freie Radikale sind ein normaler Bestandteil des Zellstoffwechsels und solange unproblematisch, wie sie sich in einem ausgewogenen Verhältnis zu Antioxidantien, also Radikalfängern und d.h. -neutralisierern, befinden. Doch wenn durch Faktoren wie Elektrosmog und 5G, die in der Natur nicht vorkommen und für die unser Körper deshalb noch keinerlei Anpassungsmöglichkeiten etnwickelt hat, plötzlich das Millionenfache an freien Radikalen in einer Zelle entsteht, hilft nur ein Notfall-Programm: Um nicht durch die übermäßge Menge an freien Radikalen zerstört zu werden, greift die Zelle zu den beiden stärksten Antioxidantien, die sie zur Vergügung hat: NAD und Melatonin


Elektrosmog und NAD

Eine wesentliche Funktion von NAD ist die Aktivierung der Mitochondrien. Ohne ausreichendes NAD reduziert sich die Energieerzeugung in den Mitochondrien, so dass der Körper vermehrt auf die Glykolyse, d.h. die Vergärung von Glukose außerhalb der Mitochondrien, als Energiequelle zurückgreifen muss. Eigentlich ist diese Art der Energieerzeugung für Situationen gedacht, in denen wir uns so intensiv bewegen, dass wir nicht genügend Sauerstoff für die aerobe (mit Sauerstoff) Energieproduktion atmen können. Das kennen wir alle vom Sport, wenn kurze, intensive Anstrengungen, die uns außer Atem bringen, mit einem teilweise anaeroben Stoffwechsel einher gehen. Charakteristisch für diese Stoffwechsellage ist immer: Sie kann nur kurz gehalten gehalten werden, danach braucht der Körper Erholung. 

Wenn jedoch chronischer NAD-Mangel vorliegt, weil NAD immer wieder für die Neutralisierung von Superoxid und Peroxynitrit verbraucht wird, können die Mitochondrien auf Dauer in einen Zustand verringerter Leistung geraten. In diesem Zustand wird ein Teil des Energiestoffwechsels anaerob sein, sodass wir ständig Laktat und Pyruvat produzieren, Moleküle, die eigentlich innerhalb den Mitochondrien weiter abgebaut werden sollten, nun aber unser Gewebe überschütten. Wer schon mal im Sport in einen Zustand von Übertraining gekommen ist, weiß, wie sich das anfühlt: Man wird müde, unaufmerksam und lustlos. 

Laktat und Pyruvat signalisieren dem Körper, dass er eine Pause braucht und aktivieren somit Rezeptoren in den Nerven, die müde machen. 


Elektrosmog macht müde, laugt aus und erschöpft uns. Er födert Konzentrationsstörungen und Burnout


Wenn Laktat und Pyruvat nicht durch große körperliche Anstrengung, sondern einfach durch Handy und WLAN entstehen, werden wir ebenfalls müde – oder schlimmstenfalls gar nicht erst richtig wach. In diesem Zusammenhang liegt ein Hauptgrund für die weite Verbreitung von chronischer Müdigkeit, emotionaler Irritation, Konzentrationsstörungen und Burnout. 

In Phasen längerer Nahrungsnüchternheit schüttet der Körper vermehrt Sirtuine aus, die Zellen scannen und beschädigte Membranen reparieren. Dies ist einer der guten Gründe für das intermittierende Fasten, denn erst nach 12 bis 13 Stunden ohne Nahrung beginnt eine signifikante Sirtuinproduktion. Doch Sirtuine müssen durch NAD mit freien Elektronen versorgt werden, um überhaupt richtig funktionieren zu können. Gleiches trifft auf die PARP (Poly ADP Polymerase)-Enzyme zu, die sehr wirksam Schäden in der DNA reparieren können, aber eben nur, wenn NAD als Elektronenspender zur Verfügung steht.

Somit untergraben Elektrosmog und 5G durch chronischen NAD-Mangel auch die wesentlichen Reparaturfunktionen der Zellen. Auf Dauer werden so mehr schadhafte Zellen entstehen, die dann ihre spezifischen Funktionen nur noch eingeschränkt ausführen können. Sehr deutlich wird dies im Dünndarm, weil die Endothelschicht dieses wichtigen Organs nur eine Zellschicht dick ist (!) – der Begriff „Dünndarm“ ist nicht zufällig gewählt.  Kommt es in der Endothelschicht des Dünndarms zu Zellschäden, können diese kaum von anderen Zellen kompensiert werden. Auch deswegen erleben wir seit Jahren immer mehr Fälle von „Leaky Gut“, der löchrigen Darmschleimhaut.

Leaky Gut führt dazu, dass Substanzen aus der Nahrung in den Blutkreislauf gelangen, obowhl sie dort nicht hingehören – und auf die das Immunsystem folgerichtig sehr stark reagiert. Auf diese Weise wird nicht nur das Immunsystem überlastet und damit das Risiko von Autoimmunkrankheiten erhöht, es kommt ebenso zu neurotoxischen Effekten. Beispielsweise werden komplexe Eiweiße, die eigentlich für uns gesund wären, insofern sie ordnungsgemäßg in ihre Bestandteile zerlegt würden, im Blut zu Neurotoxinen! 

Daher wundert es kaum, dass die Korrelation zwischen Leaky Gut und Depressionen sehr auffällig ist. Und aus meiner eigenen Praxiserfahrung weiß ich: Burnout-Patienten leiden immer an einer geschädigten Dünndarmschleimhaut. 

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Leaky Gut ist eines von vielen Beispielen dafür, wie durch Elektrosmog und 5G verursachter NAD-Mangel auf Dauer Probleme hervorruft, die eine nachhaltig gute Gesundheit nahezu unmöglich machen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Betroffene alles unternehmen, um das Problem zu lösen: so schränken sie ihre Nahrungsauswahl immer weiter ein, machen intensive Reinigungskuren oder nehmen viele teure Präparate ein. Meist ohne dauerhaften Erfolg, denn solange Elektrosmog als mit-ursächlicher Faktor bestehen bleibt, ist eine Lösung des Problems kaum möglich.


Elektrosmog und Melatonin

Melatonin wird oft als Schlafhormon bezeichnet. In größeren Mengen wird es erst ausgeschüttet, wenn wir schon 15 bis 40 Minuten geschlafen haben. In der ersten, d.h. frühesten Schlafphase nutzt der Körper nämlich gezielt Stickoxid, ein freies Radikal, um Bakterien, Viren und andere potenziell problematische Mikroben zu eliminieren. Wer schon einmal das Gefühl hatte, dass sich ein Infekt anbahnt und sich dann „gesund geschlafen“ hat, kennt diese Immunfunktion aus eigener Erfahrung. Natürlich würde Stickoxid als freies Radikal im Körper auf Dauer Schaden anrichten. Deshalb wird nach 15 bis 40 Minuten Melatonin ausgeschüttet, dass Stickoxid dann neutralisiert. 

Im weiteren Verlauf des Schlafs wird Melatonin auch für viele andere wichtige Funktionen benötigt, u.a. für die Regeneration von Gehirnzellen. Gegen Morgen wird Melatonin in Pinolin umgewandelt, einen sehr wichtigen Stimmungsaufheller. Wenn wir mit einem guten Pinolin-Spiegel aufwachen, haben wir Energie und Motivation für den Tag. 

Doch was geschieht, wenn wir mit einem Übermaß an freien Radikalen, also Superoxid und Peroxynitrit, verursacht durch Elektrosmog und 5G, in den Schlaf gehen? 


Wer wirklich gut und tief schlafen möchte, sollte dafür sorgen, dass sein Schlafzimmer frei von künstlich erzeugten elektromagnetischen Feldern ist


Da der Körper sehr intelligent auf aktuelle Stoffwechsellagen reagiert, wird er zunächst weniger Stickoxid produzieren. Aus seiner Sicht ist das nur logisch, denn unerwünschte freie Radikale (Superoxid und Peroxynitrit) sind ja schon im Überfluss vorhanden. Ein zusätzlich weiteres freies Radikal (Stickoxid) würde da nur einer Überlastung gleichkommen. Melatonin wird also während der gesamten Schlafphase primär verbraucht, um Superoxid und Peroxynitrit, die Superradikale, hervorgerufen durch Elektrosmog und 5G, zu neutralisieren. Diese entstehen im Übrigen unaufhörlich weiter, denn schließlich sind wir auch die ganze Nacht über EMF ausgesetzt. Kurzum: Wir schlafen also, ohne dass Melatonin seine eigentlichen regenerativen Funktionen ausüben kann. Die Folge: Gegen Morgen wird es uns an Melatonin fehlen, um ausreichend Pinolin zu erzeugen und entsprechend schlecht erholt und gelaunt wachen wir auf. 

Mich wundert es nicht, dass Menschen mit Depressionen einen stark verringerten Pinolin-Spiegel aufweisen. Die morgendliche Schlappheit und Motivationslosigkeit, die heutzutage auch sehr viele Menschen erleben, die nicht mit einer klinischen Depression diagnostiziert wurden, sind meiner Meinung nach auch ein Symptom von Elektrosmog und 5G.


Elektrosmog macht reizbar und irrational

In der Neurobiologie wird der sogenannte Schwellenwert beschrieben, der darüber entscheidet, ob ein Gedanke oder eine Emotion mit einer stärkeren Stressreaktion einhergehen. Der Wert liegt bei 40mV an den Rezeptoren der Nervenzellen. Werden die 40mV nicht überschritten, so bleiben wir weitgehend in einem Gleichgewicht mit dem, was wir denken, fühlen oder über unsere Sinne wahrnehmen. Werden die 40mV hingegen überschritten, so kommt es zu einer Öffnung von Natrium-Kanälen und eine Depolarisation der Zelle setzt sein. 

Dieses sehr simple Geschehen setzt sehr viele Reaktionen des gesamten Nervensystems in Gang. Sie alle kann man mit einem Wort zusammenfassen: Stress. 

Diese, soeben beschriebene neurobiologische Reaktion stammt aus den 70er Jahren – und trifft heute so nicht mehr zu. Aus folgendem Grund:

Im Zeitalter von Elektrosmog und 5G sind wir permanent von starken EMF durch Handy, WLAN und 5G umgeben. Dies irritiert nicht nur die Calcium-Kanäle der Zellen – alle Ionen-Kanäle der Zelle werden weniger intelligent gesteuert. Die Folge: In vielen Fällen liegt der Schwellenwert unterhalb der 40mv, d.h. der Reiz, der erreicht werden muss, um eine Depolarisation und damit eine Stressreaktion auszulösen, kann sehr viel kleiner ausfallen. 

Meiner Meinung nach, ist es heutzutage nicht leicht, zu wissen, wie viel von den psychischen Problemen eine rein psychische Ursache haben, weil ein dauerhaft zellulär gestresster Körper keine normalen psycho-vegetativen Reaktionen mehr hat. Meine praktische Erfahrung mit den Neutralisierung von Elektrosmog zeigt eindeutig, dass eine Reduktion des EMF-Dauerstresses mehr innere Ruhe und Gelassenheit bringt.


Zusammenfassung

Elektrosmog wirkt in unserer modernen Welt 24 Stunden am Tag, ohne Pause. Alle schädlichen Wirkungen dieses Dauerfeuers darzustellen, würde mehrere Bücher füllen, weshalb ich mich hier auf einige wenige Punkte beschränkt habe. Alleine durch die massive Erhöhung der intrazellulären freien Radikale Superoxid und Peroxynitrit kann es zu folgenden Auswirkungen kommen:

  • Chronische Mangelfunktion der Mitochondrien.
  • Energiemangel, Müdigkeit, Lustlosigkeit.
  • Aufwachen in schlechter Stimmung.
  • Konzentrationsmangel.
  • Schlechte Regenerationsfähigkeit nach Belastungen.
  • Emotionale Gereiztheit.
  • Leaky Gut.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
  • Unzufriedenheit mit dem Essen.
  • Heißhungerattacken.
  • Unerklärliche Stimmungsschwankungen.
  • Mangelndes Durchhaltevermögen bei längeren Anforderungen.
  • Schnell auftretende Langeweile und der Drang nach Ablenkung und neuen Reizen.


Aus meiner langjährigen Erfahrung als Gesundheits- und Ernährungberater weiß ich, wie wichtig ein Schutz vor bzw. das Neutralisieren von Elektrosmog und 5G für Gesundheit, Vitalität und Wohlbefinden ist. Diese Tatsache mehr und mehr in den Vordergrund aller Bemühungen um körperliche und psychische Gesundheit zu rücken, ist meiner Meinung nach noch nie so wichtig gewesen wie heute.

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Bild: Colin Maynard auf Unsplash